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Wenn der Körper nicht zur Ruhe kommt: innere Unruhe, Anspannung und das Nervensystem

  • Autorenbild: zellnerkatharina5
    zellnerkatharina5
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Menschen suchen Unterstützung aufgrund bestimmter Symptome ihres Körpers.

Sie fühlen sich innerlich getrieben, angespannt oder dauerhaft erschöpft – selbst in Momenten, in denen objektiv Ruhe möglich wäre. Der Kopf weiß, dass keine akute Gefahr besteht, doch der Körper verhält sich anders.

Innere Unruhe ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist häufig Ausdruck eines Nervensystems, das schon zu lange im Alarmmodus ist.


Wenn innere Unruhe nicht „einfach weggeht“

Innere Unruhe lässt sich oft nicht durch Ablenkung oder Willenskraft beruhigen. Betroffene berichten, dass sie sich trotz Pausen, Urlaub oder bewusster Entspannung nicht wirklich erholen können. Gedanken und Körperreaktionen laufen weiter.

Das kann verunsichern – besonders dann, wenn keine klare Ursache erkennbar ist. Sie fühlen es eindeutig, irgendetwas stimmt nicht, vor allem Druck im Brustbereich kann ängstigen. Oft wird berichtet, dass die Betroffenen Angst vor einer bevorstehenden Panikattacke haben.


Das Nervensystem als Schlüssel zum Verständnis

Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, Gefahren frühzeitig zu erkennen und uns zu schützen. Gerät es unter anhaltenden Stress, bleibt es länger in erhöhter Aktivierung.

Das bedeutet:

  • Der Körper ist in Bereitschaft

  • Reaktionen werden schneller

  • Ruhe fühlt sich fremd oder sogar bedrohlich an

Diese Reaktionen sind keine Fehlsteuerung, sondern Schutzmechanismen, welche wir in Lebensbedrohlichen Situationen gut brauchen können.


Typische körperliche Anzeichen innerer Anspannung

Innere Unruhe zeigt sich häufig körperlich, zum Beispiel durch:

  • Herzklopfen oder Druckgefühl

  • flache Atmung oder Enge, Druck im Brustraum

  • Muskelanspannung, Kieferpressen, Zähneknirschen

  • innere Getriebenheit oder Zittern

  • Schlafstörungen oder frühes Erwachen

Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf. Entscheidend ist das subjektive Erleben von Daueranspannung.


Warum der Körper nicht „abschaltet“

Viele Menschen fragen sich: Warum kann ich nicht einfach entspannen?

Der Grund liegt oft darin, dass Entspannung erst möglich wird, wenn das Nervensystem Sicherheit erlebt. Wird Sicherheit nicht wahrgenommen, bleibt der Körper wachsam – auch ohne äußere Bedrohung.

Frühere Erfahrungen, langanhaltende Belastungen oder emotionale Überforderung können dazu beitragen, dass das System sensibler reagiert. Somit entsteht unter Umständen ein Teufelskreis, den man dann selbst oft nicht mehr alleine durchbrechen kann.


Innere Unruhe bedeutet nicht, dass etwas „falsch“ ist

Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme, mit einem selbst stimme etwas nicht. Durch diese Symptomatik zeigt der Körper, dass er versucht, mit zu viel oder zu langem Stress umzugehen.

Diese Perspektive kann entlastend sein: Innere Unruhe ist kein persönliches Versagen, sondern ein Hinweis auf ein überlastetes System. Der Körper kämpft nicht gegen dich, sondern versucht dich wach zu rütteln "schau hin, hier stimmt was nicht "

Erste Schritte im Umgang mit innerer Unruhe

Wichtig ist, nichts erzwingen zu wollen. Beruhigung lässt sich nicht befehlen.

Hilfreich kann sein:

  • Wahrnehmung statt Bewertung

  • kleine, regelmäßige Pausen indem Ressourcen aktiviert werden, oder man einfach mal nichts tut "Löcher in die Luft starren darf "

  • Orientierung im Hier und Jetzt, also Besinnung auf was kann ich in der Gegenwart wahrnehmen, dabei ist es oft hilfreich alle Sinne mit einzubeziehen.

  • Reduktion von Überforderung, also z. B. nach Hilfe fragen

Diese Schritte ersetzen keine Therapie, können aber stabilisierend wirken.


Wann psychotherapeutische Begleitung sinnvoll ist

Wenn innere Unruhe über längere Zeit anhält, sich verstärkt oder den Alltag deutlich einschränkt, kann psychotherapeutische Begleitung helfen.

In der Therapie geht es darum:

  • das Nervensystem besser zu verstehen

  • Zusammenhänge zwischen Körper & Erfahrung zu erkennen

  • Sicherheit schrittweise wiederherzustellen

  • eigene Grenzen wahrzunehmen

  • Altlasten aufzuarbeiten


Häufige Fragen

Kann innere Unruhe auch ohne Angst auftreten?

Ja. Viele Menschen erleben Unruhe ohne klare Angstgedanken.


Ist innere Unruhe gefährlich?

In der Regel nicht. Sie kann jedoch sehr belastend sein und sollte ernst genommen werden.


Wie lange dauert es, bis sich etwas verändert?

Veränderung verläuft individuell. Kleine Schritte sind oft nachhaltiger als schnelle Lösungen.


Fazit

Wenn dein Körper seit längerer Zeit nicht mehr zur Ruhe kommt, darfst du das ernst nehmen. Unterstützung anzunehmen bedeutet nicht, versagt zu haben – sondern achtsam mit dir umzugehen.

Wenn du Fragen hast oder dich informieren möchtest, kannst du gerne Kontakt aufnehmen, oder direkt einen Termin zum Erstgespräch auf meiner Website buchen.



 
 
 

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